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Chihuahua trifft Mastiff: Der eine zählt zu den kleinsten, der andere zu den größten Hunderassen der Welt. Vierbeiner, die unterschiedlicher nicht sein könnten, vor- und gegenübergestellt.
Es ist kaum zu glauben, dass alle 400 zugelassenen Hunderassen, die es weltweit gibt, vom Wolf abstammen sollen. Ist dessen Verwandtschaft mit einem Schäferhund noch irgendwie nachvollziehbar, so fällt dies bei einem Mops zu glauben schon schwerer. Dennoch: Im Zuge der vom Menschen vorgenommenen Selektion entstanden, ermöglicht durch Domestikation und gezielte Paarung, die meisten Hunderassen, wobei sich die Spezies Hund in Rekordzeit an alle klimatischen und geographischen Gegebenheiten und Zivilisationen angepasst hat. Der „platzhirsch“ besuchte eine sehr kleine und eine sehr große Rasse und stellte fest: Egal ob Zwerg oder Riese, lieb sind sie alle!
Eigentlich bevorzugte Familie Schwab große Hunde, wie Labradormix „Lucky“ beweist. „Vor vier Jahren setzte sich meine Tochter Sonja allerdings einen Chihuahua in den Kopf“, berichtet Helga Schwab. Nach anfänglicher Ablehnung durch beide Elternteile ließ sich der Vater doch erweichen, „und ich hatte dem nicht mehr viel entgegenzusetzen“, lacht die Mama. Aus einer anerkannten Zucht in Deutschland kam also der erste Mini-Hund in den Schüttdorfer Haushalt - und eroberte gleich alle Herzen im Sturm! Was findet Helga Schwab an Chihuahuas so großartig, dass sie mittlerweile gleich drei Exemplare dieser Rasse beherbergt und sich als offizielle Züchterin eintragen ließ? „Ihr Aussehen und ihr Wesen“, schwärmt die Tierfreundin. „Chihuahuas sind sehr gelehrig, anhänglich und wachsam.“ Seit Paris Hilton seinerzeit mit ihrer ,Tinkerbell’ in den Medien aufgetaucht ist, gelten die kleinen Temperamentbündel als absolute In-Hunde. Das gefällt Helga Schwab gar nicht: „Chihuahuas sind keine Accessoires, und sie gehören auch nicht in die Handtasche! Sie sind zwar kleine Vierbeiner, brauchen aber genauso ihren Auslauf wie alle anderen Hunde auch. Diese unnatürliche Haltung, die ihnen viele Leute aufzwingen, empfinde ich fast schon als Tierquälerei!“, empört sich die Schüttdorferin und warnt vor dem Kauf eines der knopfäugigen Tierchen aus den falschen Motiven. Apropos Kauf: Ein Hund aus einer ordentlichen Zucht kostet sein Geld. „Wenn jemand lediglich 200 Euro für einen Chihuahua ausgibt, unterstützt er dadurch mit großer Wahrscheinlichkeit die ,Vermehrungsfabriken’ in Osteuropa. Außerdem muss er in erhöhtem Maße damit rechnen, ein krankes oder charakterlich zweifelhaftes Tier zu bekommen“, warnt die Züchterin vor „Billigangeboten“ am Hundemarkt.
Ein Kalb von einem Hund...
Mit über 80 Kilogramm wiegt Mastiff „Lennox“ wesentlich mehr als seine Besitzerin. Stellt das ein Problem dar? „Für viele Menschen leider ja“, bedauert Nadine Hollaus aus St. Martin bei Lofer. „Die sehen dieses Kalb von einem Hund, schon höre ich alle möglichen Schauergeschichten, und jedes dritte Wort lautet ‚Kampfhund’“, ärgert sich die Saalachtalerin. Diese Vorurteile sind für sie, abgesehen von den hohen Futterkosten und dem Schmutz, den so ein großer Hund nun einmal verursacht, auch der größte „Nachteil“, den diese Rasse mit sich bringt. „Man wird sehr schnell in eine gewisse Ecke gedrängt, wenn man mit so einem Vierbeiner ankommt“, erklärt Nadine, „und ist außerdem oft unerwünscht.“ Dabei ist der Mastiff ausgesprochen sanftmütig, sensibel und hat eine enorm hohe Reizschwelle. „Er lässt sich nicht so leicht herausfordern!“ Große Hunde haben Nadine und Freund Massimo schon immer begeistert, wie auch „Vito“, der zweite Molosser im Bunde, beweist. „Entgegen des Vorurteils ,groß und doof’ ist dieser sehr gelehrig, in der Hundeschule musste er immer den Vorführhund geben!“ Erziehung sei bei so einem großen Hund natürlich wichtiger als bei einem kleinen, „denn wenn der aus der Rolle fällt, indem er zum Beispiel aus Freude an jemandem hochspringt, merkt man das halt doch deutlicher“, schmunzelt Nadine. „Lennox“ ist ein richtiger Clown, der seine Besitzer täglich zum Lachen bringt. „Er hat eine einzigartige Mimik!“, schwärmt sein Frauchen. „Man merkt es genau, wenn er etwas ausheckt, denn dann kann er einem nicht mehr in die Augen sehen und legt sein Gesicht in ulkige Falten!“ Eines ist Nadine und Massimo wichtig hervorzuheben: „Dass manche Hunde einen schlechten Ruf haben, liegt an ihren Besitzern, denn aus jedem Hund lässt sich ein ‚Kampfhund’ machen!“
Text und Fotos: Susanne Flörl


