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Platzhirsch-Archiv

Coole Girls!

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Frauenpower am Eis! Im Pinzgau gibt es eine Menge cooler Girls, die beweisen, dass die Puckjagd nicht den Männern vorbehalten ist! Zum Beispiel Anna Meixner: Die Zeller Topscorerin holte mit dem österreichischen Mädchen-Eishockeyteam gerade Silber bei der Jugend-Olympiade in Innsbruck.

Beste Werbung für das Dameneishockey machte die Mädchen-Nationalmannschaft (Jahrgang 1994) bei den „1. Youth Olympic Winter Games“ in Innsbruck. Die jungen Sportlerinnen gewannen die Silbermedaille. Ein historisches Ereignis, ist dies doch die erste Olympiamedaille eines österreichischen Eishockeyteams! In der Riege der Puckjägerinnen freute sich eine Pinzgauerin über den sensationellen Erfolg, an dem sie maßgeblich Anteil trägt: Topscorerin Anna Meixner! Die Zellerin schoss ihre Mannschaft mit einem Doppelpack ins Finale gegen Schweden. „Ein Wahnsinnsgefühl. Das Beste, das mir in meiner bisherigen Karriere passiert ist“, schwärmt Anna. Der Rummel um die Bergstädterin ist seit der Silbernen riesig: „Ständig kriege ich Anrufe und E-Mails“, lacht die Pinzgauerin, die nach dem Finalspiel ein Interview nach dem anderen geben musste. Die Zellerin begann vor 12 Jahren in Zell am See Eishockey zu spielen. Vor dieser Saison wechselte sie in die Bundeshauptstadt, zum EHV Sabres Wien, spielt mit ihrem Klub in der österreichischen Staatsmeisterschaft, der Elite-Womens-Hockey-League, gegen Mannschaften wie Team Niederlande oder Slovan Bratislava, und im Supercup gegen Berlin oder Zürich. „Ich besuche in Wien eine Handelsschule für Leistungssportler, weil ich mir dort leichter freinehmen kann. Ich bin ziemlich oft mit den Nationalteams unterwegs und brauche daher sehr viele schulfreie Tage“, erklärt die 17-Jährige ihren Wechsel. Seit vier Jahren geht Anna Meixner im Nationalteam auf Puckjagd. Vor kurzem holte sie, mit ihren Kameradinnen, bei der U18 IIHF-Weltmeisterschaft in Norwegen ebenfalls die Silbermedaille, steuerte ein Tor und drei Assists zum besten Resultat einer U18-Auswahl in der Geschichte des österreichischen Eishockeyverbandes bei. Bei solchen Erfolgen - was will Anna in ihrer Laufbahn denn noch erreichen? „Mein Ziel ist, ins Ausland zu gehen. Ich habe schon Angebote aus Schweden, der Schweiz und den USA“, frohlockt die talentierte Eishockeyspielerin.

Vom Eiskunstlauf zum Eishockey.

Im Eishockeyfieber ist auch Eva-Maria Aigner, Torfrau bei den EK Zeller Eisbären Juniors. Seit vier Jahren ist die 14-Jährige heiß auf Eis, seit 2010 zeigt die Bruckerin auch im U-15-Nationalteam ihr Können. „Zum Sport hat mich mein Bruder Florian gebracht, er hat ein Jahr vor mir mit dem Eishockey begonnen“, erzählt die Schülerin. „Eishockey ist doch kein Sport für ein hübsches Mädchen!“ Aussagen wie diese, bekommt Eva-Maria nicht selten zu hören. Andere reagieren verwundert, wenn sie vom Hobby der Pinzgauerin erfahren. „Ich wünsche mir mehr Akzeptanz und Förderung für eishockeyspielende Mädchen und Frauen“, fordert Eva-Maria Aigner, Anhängerin des kanadischen Eishockeytorwarts Roberto Luongo. Irgendwann möchte die EKZ-Spielerin in Schweden oder Kanada spielen. Doch das hat noch Zeit. Vorrangig gilt es, mit dem U18-Team Landesliga-Meister zu werden und mit der U15-Bundesligamannschaft in die Endrunde zu kommen.

Ziele, die auch für ihre Teamkollegin, die Verteidigerin Annika Fazokas gelten. Vor fünf Jahren wechselte die Bruckerin das Fach, kam vom Eiskunstlauf zum Eishockeysport. „Mein älterer Bruder Alexander spielt auch“, plaudert die 14-Jährige, die an „ihrem“ Sport vor allem die Schnelligkeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Teammitgliedern liebt. „Jeder setzt sich für den anderen ein, das ist toll“, hält Annika fest. Durch ihr jahrelanges Eiskunstlauftraining ist das sportliche Mädchen am Eis sehr schnell, lässt die Gegner oft stehen. Da Annika und Eva-Maria in Zell am See in Burschenmannschaften spielen, sind sie eine höhere Spielgeschwindigkeit und mehr Härte beim Körpereinsatz gewöhnt, als Spielerinnen, die in reinen Mädchenmannschaften, in denen Bodychecks tabu sind, agieren. Vor zwei Jahren wurde die Verteidigerin ins Damen-Nationalteam einberufen, 15 Länderspiele hat Annika zu Buche stehen. „Nächstes Jahr möchte ich an der U18-Weltmeisterschaft teilnehmen“, hat sich die Sportlerin ein klares Ziel gesteckt. Bis dahin will die Gymnasiastin noch hart an sich arbeiten. „Meine Schusstechnik und mein Angriffsspiel sind noch zu verbessern, vor dem Tor kann ich noch abschlussstärker werden“, gibt Annika Fazokas sich selbstkritisch.

Österreich hat eine U15- und eine U18-Nationalmannschaft, sowie ein A-Team. In allen dreien hatte Julia Kainberger schon die Ehre, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die größten Erfolge der Sportlerin: der zweite Platz bei der U18-Weltmeisterschaft in Norwegen 2012, Rang drei bei der U18-Weltmeisterschaft in Russland (2011) und Platz 4 in der Slowakei (2010). „Es ist immer wieder eine große Herausforderung und spannend, sich mit anderen Teams zu messen. Mit der Zeit entwi-ckelt man immer mehr Ehrgeiz, noch besser, noch stärker, noch schneller zu werden, als der direkte Gegner. Allein das tolle Gefühl, bei einer Weltmeisterschaft die österreichische Hymne zu singen, ließe mich nie daran denken, mit dem Eishockeysport aufzuhören“, erklärt die 17-Jährige. Ein Vorbild hat die Verteidigerin nicht. „Dennoch orientiere ich mich an anderen Spielern, wie beispielsweise Thomas Vanek, der es bis in die NHL geschafft hat.“ Für gewöhnlich geht Julia Kainberger in Zell am See, mit den Burschen, in der U17-Bundesliga-Mannschaft auf Puckjagd. „Doch da wir in dieser Altersklasse heuer zu wenige Spieler hatten, musste sie aufgelöst werden, und ich trete in einer niedrigeren Liga, mit der U18-Mannschaft, in der Tiroler Landesliga an“, plaudert die Gymnasiastin. Zusätzlich spielt die Schüttdorferin in Salzburg, bei den DEC Salzburg Eagles, in der höchsten Frauenliga Österreichs. Julia Kainberger möchte in ihrer Sportart ganz nach oben kommen: „Irgendwann möchte ich im A-Team mein Land vertreten“, wünscht sich die Sportlerin, die, nach der Matura, im Rahmen eines mehrmonatigen Auslandsaufenthaltes, in Kanada, Schweden oder den USA, noch mehr Routine am Eis erwerben will.

Eine 15-Jährige in Schweden.

„Eishockey ist der schnellste und härteste Mannschaftssport. Man muss immer wieder an seine Grenzen gehen“, findet Sophia Volgger-Lindgren. Um sich den Traum, im Ausland auf Puckjagd zu gehen, zu erfüllen, zog die 15-Jährige vor einem halben Jahr nach Schweden, in die Heimat ihres Vaters. Bei Linköping spielt Sophia in der Damen-Juniors-Liga. „In Schweden ist das Interesse am Damen-Eishockey viel höher, es gibt mehr Frauenmannschaften, in denen professioneller gearbeitet wird“, erzählt die (linke) Flügelspielerin. In Linköping besucht die Zellerin ein Sportgymnasium, trainiert täglich am Eis und in der Kraftkammer. Bis zum Abschluss der Schule, in zweieinhalb Jahren, möchte Sophia im hohen Norden bleiben. Ist sie bei Verwandten untergebracht? „Nein, ich teile mir mit einer Fußballerin aus meiner Klasse eine Wohnung“, überrascht die Schülerin. Wie Anna Meixner und Julia Kainberger stand auch Sophia Volgger-Lindgren, Cousine von ATSE Graz-Verteidiger Victor Lindgren, in der U18-Nationalmannschaft, die WM-Silber in Norwegen holte. „Wir haben es mit diesem Erfolg als erstes österreichisches U18-Team in die Top 10 der Welt geschafft“, strahlt Sophia, die sich nun den Aufstieg in die Top-Division wünscht. Aber damit nicht genug: „Ich träume davon, mit dem A-Team an Olympischen Spielen teilzunehmen und College-Hockey in Kanada und den USA zu spielen“, erzählt die Wahl-Schwedin. Na dann… Lycka till, Sophia!           

Text: Silke Burgsteiner | Fotos: Privat

 

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