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Pinzgauer Rekorde!

titelrekorde

Ganz klar - der  Pinzgau ist am allerschönsten, die Pinzgauer sind am nettesten und überhaupt steckt unsere Region voller Superlative und Rekorde. Mit vielen dieser Rekorde wird auch kräftig die touristische Werbetrommel gerührt, doch einige teils kuriose Bestleistungen sind weitgehend unbeachtet und sorgen selbst bei eingefleischten Pinzgauern für den „Aha-Effekt“. Egal ob lange Bärte, steinige Rekordfunde oder Wunder aus Natur und Technik - der Pinzgau und seine Einwohner sind immer für Höchstleistungen gut.

Von Natur aus einzigartig

::: Auf der Ostseite des Zellersees schlummern gleich zwei Rekorde: Der Hahneckkogel mit seinen 1 857 Metern (bei den Einheimischen auch als Honigkogel bekannt) ist der höchste bis oben hin bewaldete Berg Europas. Auch der Föhnsturm „Uschi“, der im November 2002 im Pinzgau schwere Waldschäden anrichtete und dem Hahneckkogel eine breite Windwurfschneise bescherte, konnte an diesem Rekord nichts ändern. In südlicher Nachbarschaft liegt die Erlhofplatte, wo in den Jahren 1909 bis 1910 das einzige Almforschungsinstitut der Welt eingerichtet war.

::: Er ist nicht nur majestätisch schön und Teil der Weitwanderung „Seven Summits of Saalbach Hinterglemm“- der 2 363 Meter hohe Gaißstein zwischen Stuhlfelden und dem Glemmtal ist auch der höchste Grasberg Europas.


Edelstein-reicher Oberpinzgau

::: Das Habachtal bei Bramberg ist bei Mineraliensammlern längst kein Geheim-Tipp mehr als Schatzkammer der wertvollen grünen Edelsteine, denn dort befindet sich Europas einziges relevantes Smaragdvorkommen.  Der Habachtal-Smaragd zeichnet sich durch die sehr ausgeprägte Grünfärbung aus und ist der wohl flächenärmste Smaragd der Welt. Besonders schöne Exemplare der Pinzgauer Edelsteine sind in den Kaiserlichen Kroninsignien in Wien enthalten und die Dommonstranz zu Salzburg aus dem Jahr 1697 schmückt sich mit 24 Habachtal-Smaragden. Der bisher wertvollste je gefundene Habachtal-Smaragd mit 42 Karat wird mit den britischen Kronjuwelen im Londoner Tower aufbewahrt.

::: Auch Uttendorf kann einen steinigen Rekordfund verzeichnen: Der größte Bergkristallfund der Alpen wurde 1965 in der Nähe der unteren Ödenwinkelscharte im Stubachtal von Kletterern gemacht. Die gefundenen Kristalle wogen 1,5 Tonnen und sind im Haus der Natur in Salzburg ausgestellt.  Die wohl bekanntesten und besten Epidot-Kristalle und Stufen stammen von der Knappenwand im Untersulzbachtal bei Neukirchen.

Mit allen Wassern gewaschen

::: Zwischen 30 000 und 40 000 Liter Wasser ergießen sich bei den Krimmler Wasserfällen pro Sekunde in drei Fallstufen über 385 m in die Tiefe. Die Krimmler Wasserfälle sind mit dieser Gesamtfallhöhe die höchsten Wasserfälle in Europa und die fünfthöchsten der Erde. Sie sind sogar höher als die Viktoria- oder Niagarafälle, die jedoch noch gewaltigere Wassermassen führen. Mit durchschnittlich 400 000 Besuchern im Jahr sind die Krimmler Wasserfälle eine der großen Touristenattraktionen Österreichs.

::: Mit ihrer 35 km Gesamtausdehnung gehört die Lamprechtshöhle in St. Martin bei Lofer zu den größten Höhlensystemen Europas. 1993 entdeckten Polnische Höhlenforscher in 2 178 m Höhe einen weiteren Höhlenzugang und seitdem gilt die Lamprechtshöhle als die längste Durchgangshöhle der Welt. Für die Forscherteams gibt es im Lamprechtsofen, wie die Höhle auch genannt wird, noch viel zu tun, zählt sie doch zu den schwierigsten, aber auch schönsten Höhlen weltweit. Vor allem die Vielfalt an Seen, Wasserfällen und Klammen macht den Reiz dieses Naturdenkmals für Forscher und Besucher aus.

Für Sterngucker und Wetterfrösche

::: Die Sternwarte in Wald-Königsleiten auf 1 600 m Seehöhe ist als höchstes Planetarium Europas im „Guiness-Buch der Rekorde“ vermerkt. Das Zeiss-Planetarium mit 7 Meter Kuppeldurchmesser ermöglicht bis zu fünfzig Personen gleichzeitig einen Blick auf den Sternenhimmel. Das Planetarium ist Basis für internationale Forschungsarbeiten und an den Fernrohren werden interessierten Besuchern die Zusammenhänge im Sonnensystem, in unserer Milchstraße und im gesamten Universum erläutert.

::: Den wohl höchsten Arbeitsplatz im Land Salzburg haben die Wetterwarte des Observatoriums am Hohen Sonnblick in Rauris. Auf 3 106 m Seehöhe liegt die meteorologische Einrichtung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Durch die ganzjährige Beobachtung besitzt das Observatorium vollständige Datenreihen aus den letzten 125 Jahren. Aus diesen Daten ergibt sich ein weltweit einzigartiger Datensatz über die längste ununterbrochene Klimazeitreihe für das Hochgebirge.

Haarige Rekorde

::: Den wohl schönsten Garibaldi-Bart des Landes trägt Hobbybierbrauer und Sägen-Museums-Besitzer Fritz Sendlhofer aus Zell am See. Bei unzähligen internationalen Meisterschaften hat das Pinzgauer Urgestein bereits teilgenommen und darf sich Bartweltmeister und Olympiasieger in der Disziplin „Vollbart Garibaldi“ nennen. Hans Gassner aus Leogang  siegte in der Kategorie „Vollbart Freistil“ bei nicht weniger als vier Bart-Olympiaden und hortet die Titel Olympiasieger, Weltmeister, Europameister, Alpenbartmeister sowie Superbart-Gewinner.

Bauliche Höchstleistungen

::: Die höchste Seilbahnstütze der Welt befindet sich am Kitzsteinhorn in Kaprun. Die 113,7 Meter hohe Stahlfachwerkkonstruktion zwischen Alpincenter und Bergrestaurant „Gipfelwelt 3000“ der Kitzsteinhornseilbahn wurde auf einem quadratischen Betonblock mit 17 m Seitenlänge errichtet und erschloss im Jahr 1965 das Kitzsteinhorn als erstes Gletscherskigebiet Österreichs.

::: Der Tauernmoosstausee am Südende des Uttendorfer Stubachtals liefert nicht nur Strom für die Züge der ÖBB sondern ist auch ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer im Nationalpark Hohe Tauern. Zudem liefert auch der Tauernmoossee einen weiteren Pinzgauer Rekord: Die 1 200 m lange Staumauer ist die längste geschwungene Staumauer Europas.

::: Die Großglockner Hochalpenstraße ist eine wunderschöne und beliebte Panoramaroute und darüber hinaus auch  die höchstgelegene befestigte Passstraße in Österreich mit einer Höhe von 2 572 m.

::: Der Flying Fox XXL in Leogang ist mit 1 600 Meter Länge und einer möglichen Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h bei bis zu 140 Meter Flughöhe eine der schnellsten und längsten Stahlseilrutschen der Welt.


Sportliches und Kurioses

::: Vor kurzem konnte am Uttendorfer Badesee ein Weltrekord gebrochen werden: Der junge Rosenheimer Alexander Schulz schaffte es ohne Absturz über die 166 m lange Slackline über den Uttendorfer Badesee und hat damit seinen eigenen Weltrekord aus dem Vorjahr um 26 Meter verbessert.

::: Hoch - höher - am höchsten „blobbte“ Max Pölzl  diesen Juni beim Weltrekord-Versuch im „Blobbing“ am Zellersee. Beachtliche 14,6 Meter reichten zwar nicht für einen Eintrag ins Guinnesbuch der Rekorde, doch den österreichischen Höhenrekord sicherte sich der Zeller mit diesem sensationellen Sprung allemal.

::: Die Skirennläuferin Sylvia Eder aus Leogang ist bis heute die jüngste Siegerin bei einer Weltcup Abfahrt. Mit erst 16 Jahren gewann sie am 17. Jänner 1982 beim Silberkrugrennen in Bad Gastein Gold. Erst am Tag zuvor stand sie in Bad Gastein als Drittplatzierte zum ersten Mal am Podest eines Weltcuprennens.

::: Extremsportler Christian Flühr aus Deutschland wählte die Schmittenhöhe für seinen Weltrekordversuch im Dauerskifahren und stellte mit 242 Stunden und 42 Minuten im Jänner 2007 seinen insgesamt siebten Weltrekord auf.

::: Im „Alpine Palace“ in Saalbach Hinterglemm wurde 2008 der Guinnes-Weltrekord im Dauerpokern aufgestellt: Über 100 Stunden spielten die Mitglieder des Pokerclubs „Hot River“ aus der Oberpfalz durchgehend Karten.

::: Den wohl kuriosesten Pinzgauer Rekord stellte eine 16-köpfige Cheerleader-Gruppe im August 2010 in Zell am See-Kaprun auf: Beim weltweit größten Markentreffen zwängten sich die Frauen in den zweisitzigen Stadtflitzer „Smart Fortwo“ und sicherten sich damit den Weltrekord.

 

 

Text: Edith Danzer | Fotos: saalbach.com, Johann Lerch (NPHT), wasserfaelle-krimml.at, ZAMG, platzhirsch, saalfelden-leogang.at, Zell am See-Kaprun Touristik

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