Die Pinzgauer Dancing-Stars

Nicht nur im ORF tummeln sich die Dancing-Stars - auch viele Pinzgauer schwingen mit Leidenschaft das Tanzbein! Eine Reportage, die den einen oder anderen vielleicht animiert, sich ebenfalls aufs Parkett zu begeben!
Die Line-Dancer
Der Line-Dance boomt! Warum die Gruppen, die diesem, von den amerikanischen Siedlern etablierten, Tanzstil frönen, im Pinzgau regelrecht aus dem Boden schießen, versucht Elfi Biechl, Leiterin der Energy-Line-Dancers Kaprun, zu erklären: „Die Tatsache, dass man keinen Tanzpartner braucht, ist sicher mit ausschlaggebend. Beim Line-Dance ersetzt die Gruppe den Partner. Auch tänzerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Und die rhythmische Bewegung zur flotten Westernmusik macht Spaß!“ Seit fast drei Jahren gibt es die Energy-Line-Dancers. Insgesamt 32 Damen jeden Alters, ein Herr und acht Mädchen treffen sich wöchentlich, um neue Tänze einzustudieren. Besonders Letztere sind eifrig bei der Sache: „Sie sind mein ganzer Stolz“, schwärmt Biechl über die 8- bis 10-Jährigen. Wichtigstes Accessoire der Tänzer: ihr Hut! „Ein Line-Dancer ohne Hut ist wie ein Würstel ohne Senf“, findet die rührige Vereinsleiterin. Welches Highlight steht als nächstes auf dem (Tanz-)Plan? „Im September 2012 treten wir beim internationalen Tourismusfestival in Peking auf!“, freut sich Elfi Biechl schon auf die Reise ins Reich der Mitte. Kontakt: www.energy-linedancers-kaprun.at
Die Volkstänzer
Wer glaubt, Volkstanz sei etwas für ältere Semester, der sollte einmal eine Probe des Volkstanzkreises Saalfelden, der in seiner jetzigen Form seit 1982 besteht, besuchen! Rund ein Drittel der 124 Mitglieder ist zwischen 15 und 30 Jahre alt. Tanzleiterin Marlene Herzog ist vom Zustrom der jüngeren Generation selbst überrascht. Jeweils am ersten Sonntag im Oktober starten die Tänzer in die Saison und haben ab diesem Zeitpunkt sieben bis acht Wochen Zeit, die Schritte für den Kathreintanz im November zu üben. „Mitmachen kann jeder!“, erklärt Marlene Herzog. „Wir haben Gruppen für Anfänger und Fortgeschrittene; Vorkenntnisse sind nicht vonnöten; im Anfängerkurs werden auch die Grundlagen für den Volkstanz, also Walzer, Polka und Boarischer, durchgenommen.“ Da der Spaß an der Sache das Wichtigste ist, sind die - vorwiegend natürlich österreichischen - Volkstänze größtenteils einfach zu erlernen. Nach Kathrein ist vorerst einmal Schluss mit lustig! „Bis nach den Heiligen Drei Königen wird nicht mehr ländlich getanzt“, erläutert Marlene Herzog. An welche Veranstaltung mit „ihrem“ Verein erinnert sie sich besonders gern? „An die Eröffnung der Salzburger Festspiele 2008! Volkstanzkreise aus ganz Salzburg fanden sich ein und tanzten rund um den Residenzbrunnen. Es war beeindru-ckend“, schwärmt die Leogangerin. Kontakt Marlene Herzog: 0664/73381788
Die Hip-Hoper
Einfach zu erlernen ist das, was Celina-Electra Bader und Dajana Dobrovoljski auf dem Dancefloor darbieten, nicht: Die beiden 16-jährigen Gymnasiastinnen tanzen zu den jungen Musikrichtungen Hip-Hop und R&B. Begonnen hat alles in der Schule: Weil ihre Show zu einem Stück aus dem Musical „Cats“ beim Publikum so gut ankam, beschlossen „Celi“ und „Dajsky“ professionell zusammenzuarbeiten und gründeten das Tanzduo „Neef-Players“. Die ersten Engagements (unter anderem bei der „Freaks on snow“-Show in Zell am See) ließen nicht lange auf sich warten. Der bislang bedeutendste Auftritt in der jungen Karriere der beiden Tänzerinnen war aber sicher der gemeinsame Videodreh mit der amerikanischen Sängerin Katy Perry: „Katy suchte 250 Jugendliche, die mit ihr in ihrem Musikvideo ,Fireworks’ tanzen“, erzählt Dajsky. „Die Bewerber mussten Clips einsenden, aus denen die Künstlerin die besten wählte. Wir gehörten dazu!“ Neben dem gemeinsamen Tanztraining steht für die Freundinnen das Erarbeiten eigener Choreographien auf dem Plan. „Wir kreieren für alle Events das passende Programm - ob Geschäftseröffnung oder Hochzeit“, ist Celina stolz auf ihre und Dajanas Kreativität. Aber auch wenn die beiden Tänzerinnen viele Richtungen bedienen, sind sie sich einig: „Hip-Hop und R&B bleiben unsere Lieblingsstile! Uns gefällt die Musik und das daraus resultierende Lebensgefühl!“ Kontakt: www.neef-players.com
Die Salsa-Tänzer
Mit Salsa verbindet man kubanisches Temperament und Lebensfreude. Stimmt das? „Im Großen und Ganzen ja“, bestätigt Klaus Prader, Obmann des Saalfeldner Salsa-Klubs „Veranda Latina“, „wenngleich in dieser ,Soße', was Salsa auf Deutsch bedeutet, gleich mehrere Kulturen kräftig mitrührten. Salsa entstand in der Karibik“, plaudert der 46-jährige Berufsoffizier über die Geschichte seines Lieblingstanzes: „Kubanische Migranten brachten die Urform des Musikstiles, den ‚Són‘, mit; spanische Siedler jene des Tanzes, den ‚Contradanze‘. Gemixt mit dem Rhythmus, den die afrikanischen Sklaven in ihren religiösen Ritualen verwendeten, entstand schließlich eine Art Lebensgefühl namens Salsa - feurig, würzig und spannend.“ Und dieses Lebensgefühl will der „Veranda Latina“-Klub seinen Mitgliedern näherbringen. „Salsa zu lernen ist nicht schwer“, behauptet Klaus Prader, „die Musik reißt einen mit, man kann gar nicht anders, als die Beine zu schwingen!“ Dennoch bietet der Salsa-Klub auch Kurse an: „Die derzeit 20 Mitglieder treffen sich einmal im Monat, von 21:00 bis 00:00 Uhr im Nexus, zum Tanzen unter dem Titel „Café Latino“; vorher finden für alle Interessierten Praktika statt.“ An den Wochenenden besuchen die Salseras y Salseros aus dem Pinzgau gerne andere Klubs, verfeinern ihre Technik bei Workshops und verbreiten mit Veranstaltungen wie der „Cuba Night“ oder der „Fiesta Cubana“ in ihrem „Tanzsaal“ im Kulturhaus Nexus kubanisches Flair. Kontakt: www.verandalatina.at
Die Bauchtänzer
„Der Skarabäus schillert in allen Farben - wie unsere Kostüme“, erklärt Hildegard Breitfuß den Namen ihres (Nicht-Nur)Bauchtanzvereines. „Bauchtanz nimmt wohl eine vorrangige Stellung ein, aber wir bieten noch viel mehr: Bollywood, Hula, Riverdance, Schlangentanz...“, zählt die Bruckerin auf. Seit 24 Jahren tanzt die Pinzgauerin nun schon zu Klängen aus dem Orient und gibt ihr Können weiter: Rund 10 Tänzerinnen schwingen unter ihrer Anleitung einmal wöchentlich die geschmückten Hüften. Was fasziniert die Damen am Bauchtanz? „Bauchtanzen wirkt sich auf jeden Fall sehr positiv auf den Stützapparat aus“, erzählt Johanna Kopetzky, „und es fördert die Koordination.“ Michaela Schragl wiederum findet die Kostüme und das Styling einfach toll: „Man kann so richtig mit seiner Weiblichkeit spielen!“ Aller Anfang ist auch beim Bauchtanz schwer: „Es dauert, bis man die Körperhaltung und Bewegung verinnerlicht hat“, erklärt Hildegard Breitfuß, die laufend Kurse abhält, „aber dann profitiert man auch im Alltag von einem verbesserten Körpergefühl.“ Nicht umsonst wird Bauchtanz auch „getanztes Yoga“ genannt! Haben die Damen eine Anekdote von ihren Auftritten parat? „Die Proben für den Schwertertanz sind legendär“, erzählt Annemarie Hofer, „normalerweise lächeln wir beim Tanzen, der Schwertertanz erfordert jedoch ernste Mienen. Hildegard ist fast verzweifelt, weil wir die bei der Generalprobe immer noch nicht hinbekamen. Es war aber auch schwer, ernst zu bleiben, wenn wir die Kochlöffel, die wir anstelle der Plastikschwerter zum Üben benutzten, betrachteten!“ Dass beim Auftritt aber alles wie am Schnürchen lief, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden! Kontakt: Hildegard Breitfuß: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. , 0650/644488
Text: Susanne Flörl | Fotos: Flörl (2), Bogner-Bader, Pinzgauer Tanzlmusi, Privat

